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Die Familie Frank aus Frankfurt: Zur Geschichte der Vorfahren von Buddy Elias

Portrait der zweijährigen Alice Betty Frank (*1865), aufwendig koloriertes Kollodium negatif, Datierung 1867- 1868. Foto: Miguel Hahn. © Familie Frank Zentrum.

Die jüdischen Familien Cahn und Stern, die bereits im 16. Jahrhundert in der Frankfurter Judengasse stättig waren, zählen zu den gemeinsamen Vorfahren von Buddy Elias und seiner Cousine Anne Frank. Das Porträt von Süßkind Stern aus dem Jahre 1671, das in der Dauerausstellung des Jüdischen Museums Frankfurt zu sehen ist, zeigt einen direkten Vorfahren von Anne Frank und ist zugleich das älteste Porträt eines Frankfurter Juden.

Alice Betty Frank, die Großmutter von Anne und Buddy, berichtete ihren Kindern und Enkeln in einem Brief vom 20. Dezember 1935* von ihrer Kindheit in Frankfurt: Nach dem Tod ihres Vaters zog sie mit ihrer Mutter zu ihrem Großvater Elkan Juda Cahn (1796-1884). Er gehörte zur ersten Generation von Frankfurter Juden, die nach dem Brand der Judengasse von 1796 außerhalb des ehemaligen Ghettos leben und arbeiten konnten. Wie die meisten Juden, entschied auch er sich für den Umzug in das damalige Neubaugebiet Fischerfeldviertel (u.a. Langestraße). Zu Beginn des deutschen Kaiserreiches kaufte er sich ein Haus in der Hochstraße nahe der Frankfurter Oper, die zu diesem Zeitpunkt errichtet wurde. Mit seiner Frau Betty, geborene Cahn, hatte er sechs Kinder. Seine Tochter Cornelia (1840-1922), Alices Mutter, verheiratete er mit August Heinrich Stern (1838-1878), einem Gewürz- und späteren Silberwarenhändler mit Geschäften auf der Zeil und am Rossmarkt. Zu dessen Geschäftspartnern gehörte unter anderem Bernhard Bohrmann, der später eine bekannte Frankfurter Silbermanufaktur errichtete.

Seine Enkelin Alice Betty Stern (1865-1953) gehörte zu jener Generation von Frauen, die sich gegen die überholten Heiratspraktiken auflehnte und sich trotz des Widerstands der Familie Cahn, dem romantischen Ideal einer Liebesheirat folgend, für die Ehe mit dem fünfunddreißigjährigen Kaufmann Michael Frank (1851-1909) entschied. Michael Frank stammte ursprünglich aus ärmlichen Verhältnissen und wuchs in Landau in der Pfalz auf. Sein Vater Zacharias Frank war als Eisenwarenhändler und seit etwa 1863 als Bankier tätig. Der schrittweise wirtschaftliche Aufstieg der Familie Frank ermöglichte den Söhnen schließlich die Ausbildung an der Königlich bayerischen Gewerbeschule. Die Reichsgründung 1871 erleichterte den Umzug in wirtschaftlich besser gestellte Regionen: Etwa 1878 folgte Michael seinen Brüdern Jacob und Leon in die florierende Stadt Frankfurt am Main. Nach zwei Jahrzehnten im Wechsel- und Bankgeschäft eröffnete Michael Frank 1901 seine eigene Privatbank mit Sitz in der Hochstraße. Nach wirtschaftlichen Schwierigkeiten gab die Familie das Bankgeschäft 1933 auf.

Alice lebte noch bis September 1933 in Frankfurt und zog dann in die Schweiz nach Basel zu ihrer Tochter Helene, der Mutter von Buddy. Ihr Sohn Otto Frank, ebenfalls Kaufmann wie sein Vater, baute sich mit seiner Frau Edith sowie seinen Töchtern Anne und Margot ein neues Leben in Amsterdam auf.

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Letzte Änderung: 09. September 2016